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#015 Back to Thailand – Back to work.

von | 2. April 2017 | 2016, 2017, Arbeiten, Chiang Mai, Reisen, Thailand | 0 Kommentare

Mein Appartment

Hostel

Punspace Nimman

Punspace Tha Phae Gate

Hier bin ich unterwegs.

Donnerstag 8.12.2016, ich lande pünktlich um 13:35 Uhr in Bangkok. Es fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an. Ein bekannter Flughafen und auch den Weg in die Stadt mit Bus und Bahn kenne ich schon. Nach Myanmar kommt mir Thailand nicht mehr asiatisch sondern absolut westlich vor. Bangkok selbst ist sowieso eine westliche Großstadt. Mein Hostel liegt direkt am Hauptbahnhof in Bangkok, nur ein paar Gehminuten von Chinatown entfernt.

Ich checke im Chic Hostel ein, reserviert habe ich nur für eine Nacht, morgen soll es mit dem Nachtzug weiter in den Norden Thailands nach Chiang Mai gehen. Leider ist der Zug schon ausgebucht, ich werde also eine weitere Nacht in Bangkok bleiben und einen Tag später den Zug nehmen. Es bleibt also etwas Zeit für Sightseeing.

Am Bahnhof angekommen finde ich schnell den richtigen Wagen. Jeder Wagen hat seinen eigenen Zugbegleiter und bevor man nach dem richtigen Wagen fragen kann wird man von ihnen nach dem Ticket gefragt und in die richtige Richtung geschickt, da könnte die DB sich mal eine Scheibe abschneiden. Verglichen mit Myanmars Zügen fahren wir beinahe pünktlich ab. Im Bordrestaurant esse ich zu Abend, es hat den gleichen Scharm wie die Streetfood Stände die es überall in Thailand gibt. Durch die offenen Fenster kommt es angenehm kühl rein. Im Gegensatz zu Myanmars Zügen die meist nicht schneller als 30 km/h fahren holpern, schaukeln und rattern wir mit gut 70 bis 80 km/h in Richtung Sonnenuntergang.
Der Zugbegleiter verwandelt nach und nach die Sitze in Betten und abgesehen vom Holpern und Rattern des Zugs, kehrt Ruhe im Abteil ein.

Sitze bzw. Bett im Schlafwagen nach Chiangmai.

Blick in den Gang des Schlafwagens, links und rechts sind die Betten/Sitze.

Am Nächsten Morgen werden aus Betten wieder Sitze. Auch wenn die Bette an sich recht bequem waren, ich werde das Reisen über Nacht aufgeben. Egal ob Bus oder Zug, ich fühle mich am Nächsten morgen alles andere als erholt.
Für Chiang Mai habe ich mir vorgenommen in erster Linie zu arbeiten. Das Sightseeing habe ich schon bei meinem Urlaub hier vor 2 Jahren abgehakt.
Chiang Mai ist eine Digitale Nomaden Hochburg, es gibt kaum ein Café in dem nicht jemand am Laptop sitzt. Chiang Mai ist unglaublich günstig und bietet trotzdem westlichen Komfort und schnelles Internet, das dürfte es bei den Nomaden so beliebt machen. Wer in einer starken Währung wie Euro oder US Dollar bezahlt wird während man Thaibaht ausgibt kann hier ein sehr bequemes Leben führen. Nicht verwunderlich das viele Reisende und Nomaden hier hängenbleiben. Für 1000€/Monat kann man hier mehr als bequem leben. Ein Apartment mit Zimmerservice, jeden Tag Essen gehen (morgens/mittags/abends), ein gemieteter Roller, und wahrscheinlich ist am Ende des Monat noch was übrig. Kein wunder also das viele hier „hängenbleiben“. Ja mann kann hier seinen Lebensunterhalt sogar damit bestreiten online bezahlte Umfragen auszufüllen, ob das erstrebenswert ist muss jeder für sich entscheiden.

Die Nomaden der ersten Stunde, die die diesen Lifestyle schon vor 10 oder 20 Jahren entdeckt haben waren aber auch genau davor. Wer nur für ein bequemes Leben hier arbeitet hat irgendwann keine Chance mehr zurück nach Hause zu kommen, der Westen ist zu teuer. Mit 1000€/Monat bezahlt man keine Krankenkasse, sorgt nicht für den Ruhestand vor, bezahlt man keine Wohnung. Als Sprungbrett in die Selbständigkeit kann geoabitrag aber durchaus Sinn machen.

Nach zwei Nächten im Coincidence Hostel ziehe ich um. Jaidee Bamboo Huts wird für die nächsten zwei bis drei Wochen mein Zuhause sein. Das 6 Bettzimmer ohne Klimaanlage gibt es für 120 THB/Nacht (3,17€) und das 8 Bett Zimmer mit Klimaanlage für 250 THB/Nacht, da ich nicht nur ein paar Tage bleibe bekomme ich es für 200THB (5,28€).

Die Tische hier sind nicht wirklich ergonomisch und die Sonne spiegelt auf dem Laptop Display, das Hostel wird wohl nicht mein neues Arbeitszimmer werden. Ich beschließe den coworking space (punspace) in Chiang Mai zu testen (Was ist ein coworkingspace) zu testen. Hier arbeitet es sich um einiges angenehmer. Schreibtisch und ein vernünftiger Stuhl, Steckdosen an jedem Tisch und schnelles Wlan + jede Menge arbeitende Nomaden um einen herum sorgen für eine produktive Umgebung. Ich beschließe eine Mitgliedschaft für einen Monat abzuschließen, mit der habe ich 24/7 Zugang zu beiden Standorten von punspace.

360° Ansicht des Arbeitsbereichs im punspace, Tagsüber sind mindestens 50% der Plätze belegt.

Der Eingangsbereich mit Café und Sitzecke, leider ist die Aufnahme etwas „verschoben“.

Ich arbeite mich also die nächsten Tage und Wochen durch meinen Onlinekurs fürs verkaufen auf amazon (Amazon FBA).

Amazons Video zum verkaufen auf Amazon.

Das Business Model an sich ist recht simpel: Finde ein Produkt mit großer Nachfrage und wenig Konkurrenten/schlechten Konkurrenten auf amazon. Kauf es günstig bei einem Hersteller (in China) ein und verkaufe es teurer auf Amazon. Das Richtige Produkt zu finden ist dabei wohl die schwerste Aufgabe. Es gibt tools wie marketplace-analytics die einem die tatsächlichen Verkaufszahlen eines Produktes bei amazon verraten. Alternativ gibt es den manuellen „999-Trick“. Man legt eine  Produkt mit Versand durch amazon in den Warenkorb und setzt die zu bestellende Menge auf 999. Ist das Produkt nicht so oft auf Lager zeigt amazon die maximal verfügbare Menge an. Wiederholt man das 24h später kann man über die Differenz die verkauften Artikel errechnen.

Ich Lande irgendwann in der Kategorie Sexspielzeug und es bestätigt sich mal wieder – Sex sells. Was hier an Umsatz gemacht wird ist unglaublich. Nachdem ich mich einige Tage durch alle möglichen Produktbewertungen gelesen habe und positive und negative Produkteigenschaften zusammen gefasst habe fällt mir auf das ich mit den Umsatzahlen wohl nicht mithalten kann. Ich bin wieder also am Anfang meiner Produktsuche angelangt und suche nach einer kleineren Nische.

Die Vorweihnachtszeit ist hier nicht wirklich vorhanden. In den großen Schopping Malls sieht man zum Weihnachtsdeko und auch in dem ein oder anderen Touri Restaurant oder Café. An Heiligabend hat das Hostel ein Weihnachts-BBQ organisiert und im Bambusbusch blinkt eine kunterbunte Lichterkette. Statt Christbaumkugeln schmücken Luftballons den Garten.

Nach 3 Wochen Hostel wünsche ich mir dann doch langsam wieder mal ein eigenes Zimmer und ein eigenes Bad. Ich mache mich auf die Suche nach sogenannten „Managed Apartments“. Das sind im Prinzip Hotelzimmer zur Langzeitmiete (min. 1 Monat). Da Chiang Mai voll von Digitalen Nomaden und Bloggern ist, ist es ein leichtes Infos zu finden. Auf einem Blog finde ich eine Karte mit Apartments inklusive Preise und sonstiger Infos, ich ergänze die Karte noch um ein paar Apartments um sie dann mit dem Roller abzuklappern. Die Preise fangen bei ca. 3.000 THB/Monat (80€) an. Dafür bekommt man ein einfaches funktionales Zimmer mit Klimaanlage und ein Bad mit warmer Dusche und westlichem Klo. Bei 5.000 THB bis 6000 THB liegen die etwas größeren und neueren Apartments und ab 10.000+ THB (270€) gibt es schon wirklich schöne und modern eingerichtete Zimmer. Wasser und Strom kosten in der Regel extra (zusammen ca. 500 THB/Monat (13€)) genauso wie WiFi (ca. 200-500 THB).
Leider ist Hochsaison und viele Anlagen sind ausgebucht oder haben nur noch teure Zimmer frei, das macht die Suche etwas schwerer als gedacht. Ich habe mir außerdem in den Kopf gesetzt das ich eine Pool will was die Auswahl weiter einschränkt. Nach eineinhalb Tagen Suche entscheide ich mich für Baan Thai und ziehe am 29.12. um.

Inspiriert von diesem Blogbeitrag habe ich mir vorgenommen jeden morgen das Bett zu machen und mindestens 1(!) Minute schwimmen zu gehen. Nicht weil mich ein ungemachtes Bett stört, sondern weil ich damit jeden Tag starten kann und direkt etwas geschafft, erledigt habe. Einmal die Bedecke zurecht schütteln schafft man in unter 1 Minute und selbst wenn man den Rest vom Tag nichts mehr auf die Reihe bekommen sollte hat man schon mal ein ToDo abgehakt. Probier es aus, fühlt sich gut an oder?
Warum 1 Minute schwimmen? Es wird Zeit mal wieder etwas Sport zu machen. Und Ziele die man leicht erreichen kann und damit leicht zur Gewohnheit machen kann sind die besseren Ziele. Wenn du dir vornimmst jeden Tag eine Stunde sport zu treiben ist die Chance recht groß das etwas dazwischen kommt, du erst gar nicht anfängst oder schnell wieder aufgibst. Bei 1 Minute nicht, und hey wenn es mehr als eine Minute wird, um so besser! Von den verregneten kalten Tagen abgesehen,  die es hier auch gibt, hab ich es beinahe lückenlos durchgezogen, immer mehr als eine Minute.10 Minuten von meinem neuen Zuhause entfernt findet jeden Mittwoch ein Meetup statt für Verkäufer auf amazon zu dem ich von nun an regelmäßig gehe. Ich bin überrascht wie viele Menschen sich hier zusammenfinden, in der Regel so zwischen 40-50 Personen. Dabei sind alt eingesessene Hasen die schon seit Jahren verkaufen und Leute die gerade erst herausgefunden haben wofür amazon FBA steht. Vieles von dem was besprochen wird weis ich schon, aber ab und an sind trotzdem gute Anregungen dabei.Ich glaube inzwischen ein Produkt gefunden zu haben das sich lohnen könnte, diesmal aus der Kategorie Küche und Haushalt. Auf Alibaba.com finden sich auch schnell Hersteller und erste Preise als grober Anhaltspunkt. Vor meiner Abreise habe ich noch ein Gewerbe angemeldet so dass ich theoretisch wenn ich mit einem Hersteller einig geworden bin anfangen kann zu verkaufen. Auf lange Sicht, schon allein wegen Haftungsfragen, macht es aber Sinn als UG oder GmbH zu verkaufen. Einige Forenbeiträge später weis ich das die Umstellung bei Amazon vom Einzelhändler zur UG oder GmbH ein rießen Akt ist der bis zur 1,5 Jahren dauern kann, also lieber Gleich als UG starten? Nur lässt sich die nicht einfach so aus dem Ausland gründen. Ich google was das Zeug hält und telefonier mit ein paar Gründungsberatern in Deutschland, zum Glück hat jemand Internettelefonie erfunden.Ich habe mich mehr oder weniger dazu durchgerungen mich auf die Produktsuche zu beschränken, wenn ich zurück in Deutschland bin eine UG zu gründen und dann erst mit dem Verkaufen zu beginnen und bis dahin noch das Reisen zu genießen. So richtig Glücklich bin ich mit der Entscheidung aber nicht, schließlich habe ich mir vorgenommen solange ich weg bin mein Business zu starten! Die ersten Umsätze zu generieren.Da flattert ein Newsletter von Fabian Freigeist in mein Postfach. Es geht um Vorsätze und warum oft nichts daraus wird, am Ende eine Leseempfehlung für „The Compound Effect von Darren Hardy“. Gibt es nur auf Englisch aber trotzdem absolut lesens-/hörenswert (als Hörbuch). Es geht auch um kleine aber dafür zur Gewohnheit werdende Veränderungen, ähnlich dem „1 Minuten Ziel“. Irgendwann viel der Satz das wir für jede Entscheidung verantwortlich sind und auch für jede nicht getroffene und mit ihren Folgen leben müssen. Die Entscheidung mit meinen Amazon verkäufen erst zu starten wenn ich zurück bin ist genau so eine aufgeschobene nicht getroffene Entscheidung. Nicht jetzt handeln zu müssen.Ich habe dazu entschlossen als UG auf amazon zu starten, aber ich werde sie hier, jetzt gründen. Das ist einiges an extra aufwand. Ich muss eine Vollmacht ausstellen, ich muss zur deutschen Botschaft, sie dort legalisieren lassen (ähnlich wie ein Beglaubigung). Ich muss Sie im Original nach Deutschland zu einem Notar schicken der die UG im Handelsregister eintragen lässt. Neben ein paar kleineren weiteren Stolpersteinen ist das der größte, aber mal im ernst, das ist doch machbar. Ich bin ja schließlich  nicht im Urlaub 😉

Das ist mein momentaner Bildschirmschoner, wenn du auch ab und an etwas Motivation brauchst kannst du die Grafiken hier herunterladen. Also gleich runterladen und als Bildschirmschoner einrichten.