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#001 Unheilbar krank. Oder wie alles began.

von | 25. Oktober 2016 | 2016, Allgemein | 2 Kommentare

Bevor ich dich mit auf meine Reisen und Abenteuer mitnehme will ich zunächst ganz vorne anfangen.

Sommer 2010. Mein Zivildienst neigt sich dem Ende entgegen. Wieder mal ein Lebensabschnitt der zu Ende geht und eigentlich ein guter Zeitpunkt um sich zu überlegen wo es in der Zukunft hingehen soll.

Genau so wenig wie ich nach meinem Realschulabschluss wusste was ich werden wollte, wusste ich das nach 3 Jahren Technischem Gymnasium. 3 Jahre die ich extra an Zeit gewonnen hatte. Dann rettete mich der Zivildienst ein weiteres Jahr vor einer Entscheidung. Und jetzt? Wenige Monate vor Ende meines Zivildiensts war da wieder dieses große Fragezeichen. Eine Ausbildung beginne? Bis zur Rente das immer gleiche tun? Nein, ich entschied mich für Plan B, wollte mir noch mal ein Jahr Zeit verschaffen, darin hatte ich ja schon Übung.

Ich wollte die Welt sehen. Erstmal weg. Reisen. Ein Jahr Work & Travel! Australien und Neuseeland, das gelobte Land der Backpacker, zumindest damals. Plan B war sicher die richtige Entscheidung, auch wenn ich mich bis zu meiner Rückkehr an einer unheilbaren Krankheit anstecken sollte.

Die vielen Abenteuer und Reiseberichte während meines Jahrs Work & Travel sind übrigens immer noch online.

Die Letzten Monate meiner Reise freute ich mich immer mehr auf die Rückkehr. Darauf Familie und Freunde wieder zu sehen, wieder ein eigenes Zimmer zu haben, zu wissen wo man am nächsten Tag aufwachen wird. Einen Haken hatte die Sache aber, es war auch wieder Zeit eine Entscheidung zu treffen. Ich traf die Entscheidung die am „wenigsten“ Entscheidung war, denn ich wusste immer noch nicht wohin es gehen sollte. Das Technische Gymnasium war mir leichtgefallen, getüftelt hatte ich schon immer. Ich schrieb mich für Mechatronik an der Uni Stuttgart ein. Eine Mischung aus allem Möglichen technischen, sonst hätte ich mich ja für eine Fachrichtung entscheiden müssen.

Die Entscheidung zum nicht Entscheiden nahm ein jähes Ende. Es dauerte nicht mal ein Semester bis ich das Studium schmiss. So ist das wohl, wenn man Dinge tut, anspruchsvolle Dinge, ohne hinter ihnen zu stehen, ohne sich für sie entschieden zu haben. Es folgten 3 Jahre soziale Arbeit an der Dualen Hochschule. Wieder 3 Jahre Zeit. 3 Jahre durch die man recht bequem durchkommen konnte.

Dann war es da wieder. Dieses Ende eines Lebensabschnitts. Die Bachelor Arbeit geschrieben. Zeit zum Bewerbungen schreiben. Den Job für die nächsten Jahre, wenn schon nicht bis zur Rente suchen. Wo ich während des Studiums festgestellt hatte das es mich zunehmend anstrengt viel mit „problematisch“ Menschen zu tun zu haben.

Ob das klappen könnte? Trotz Krankheit? Sie war wieder ausgebrochen, nach einem Thailandurlaub noch vor der Bachelorarbeit. Das Reisevirus hatte mich in Australien erwischt oder wie die Engländer sagen, the travel bug. Das Fernweh war schon wenige Monate nachdem ich aus Neuseeland zurück war wieder da. Das einzige bekannte Mittel das die Symptome lindert ist Reisen.

Sichtlich deprimiert meines baldigen eintritt ins Berufsleben googelte ich an einem grauen morgen in der Bahn zur Hochschule „Reisen und Geldverdienen“. Von da an nahm alles seinen lauf, ich war elektrisiert, googelte was die Tastatur hergab. Las von Digitalen Nomaden, Reisebloggern, dem Hamsterrad des 9 to 5 Jobs und entdeckte das es eine ganze Bewegung von Menschen gibt, dem Internet sei dank, die ortsunabhängig ihr Geld verdienen.

Auf die Euphorie folgten beschissene Monate, alles stand Kopf und veränderte sich. Ich hatte keine Ahnung wo Anfangen. Was konnte ich überhaupt? Konnte ich überhaupt etwas? Was wollte ich? Konnte ich überhaupt irgend etwas gut? Ein an mir verzweifelnder Berufsberater. Eine Freundin die zur Ex-Freundin wurde. Wohnungssuche. Eine Facebook Gruppe voll Digitaler Nomaden. Ein Ticket für die Digitale Nomaden Konferenz DNX in Berlin. Das erste Digitale Nomaden Meetup in Stuttgart, selber organisiert. Eine neu Wohnung. Gefühlt hunderte Geschäftsideen. Chaos im Kopf. Wo Anfangen?

Die Bachelor Urkunde.

Was dann folgte kannst du im nächsten Blogpost lesen. Wann stand bei dir das letzte mal die Welt Kopf?

Lebe dein Leben wie du es willst.
Matthias